Camagüey & Santa Lucia

Zwischen Strapazen und Entspannung, Reichtum und Armut sowie Großstadt und einsamen Fischerort.

Eines muss ich zu diesem Beitrag gleich vorwegnehmen: über Camagüey findest du leider wenig Empfehlungen in diesem Bericht. Leider kann nicht jeder bereiste Ort seinen eigenen persönlichen Vorlieben entsprechen. Das macht aber die Besonderheit am Reisen aus und hebt damit andere Orte hervor. Was Camagüey uns an Nerven gekostet hat, wog Santa Lucia aber wieder auf. 😉 So nun genug Blabla, viel Spaß beim Lesen!

 

Camagüey Handelszentrum von Kuba mit viel chic

Wie schon gesagt, war die Stadt Camagüey bei weitem nicht das Highlight der Reise. Hatte ich mich noch zu Beginn ganz besonders auf diese Stadt gefreut, wusste ich ziemlich schnell nicht mehr warum eigentlich.
Skurrilitäten gibt es ja bekanntlich überall. Wenn diese dann aber gepaart mit regionalen Charaktereigenschaften auf einen schlechten Tag treffen, kann man das Murphis Law nennen. Oder man akzeptiert einfach, dass es auf jeder Reise eine Stadt gibt wo man mit den Eigenschaften mancher Menschen einfach nicht klarkommt. Doch beginnen wir am Anfang nämlich…

… der Bus-Anreise von Trinidad

Da zur Nebensaison keine Collectivos nach Camagüey fuhren, mussten wir den Viazul nehmen. Zwei Tage vor dem Abfahrtsdatum wollten wir unser Ticket kaufen. Wir bekamen allerdings nur die Information, dass unsere Namen als Reservierung auf einen Zettel geschrieben werden. Wir sollten am besagten Tag 30 Minuten vor Abfahrt da sein um unser Ticket dann vor Ort zu zahlen. Etwas eigenartig, denn normalerweise konnten wir die Tickets immer gleich kaufen und mitnehmen.

Am Abreisetag nach Camagüey standen wir nun in einer ellenlangen Schlange und warteten darauf unser Ticket zu bezahlen. Plötzlich brach vor uns eine hitzige Debatte mit einer Touristin und dem Viazul-Angestellten am Tresen aus. Wutentbrannt dampfte sie ab und auch die drei Jungs vor mir welche nach Camagüey wollten, wurden ohne Ticket auf die Wartebank geschickt.

Ich bekam meine Tickets und fragte bei den Reisenden nach was passiert sei. Scheinbar wurden auch sie einige Tage zuvor mit der Zusage einer Platzreservierung im Bus weggeschickt. Doch man sagte ihnen nicht, dass bereits zu viele Namen auf der Liste ständen und sie somit nur optional einen Platz bekommen. Falls jemand seine Reservierung nicht wahrnehmen würde, könnten sie ein Ticket kaufen. Eine ziemlich unverständliche Handhabe, welche vor allem für Touristen mit einem taffen Zeitplan schnell stressig werden kann. So saßen die drei Jungs und das Mädchen also mit Sack & Pack eine weitere Stunde wartend in der Halle, bis alle in den Bus eingestiegen waren und glücklicherweise doch noch Platz für sie war.

Kuba Oldtimer Camagüey Rundreise

Auch der Busfahrer war ein wahres Herzchen. Mit zehn Klunkern an jeder Hand und einer riesigen protzigen goldenen Uhr die andere sich über die Küchentheke hängen würden, kommandierte er aus reiner Willkür alle Fahrgäste herum wie sie zu sitzen hätten. Seine verspiegelte Pilotenbrille ließ er dabei zu jeder Zeit auf. Ich war versucht auch meine Sonnenbrille aufzusetzen, denn nach einiger Zeit war ich regelrecht geblendet von seiner Arroganz.

Nach drei oder vier kleineren Eskalationen mit ihm und anderen Fahrgästen, schien er seine provokative Streitlust ausgelebt zu haben und ließ uns den Rest der Fahrt in Ruhe. Statt der geplanten fünf Stunden, durften wir diese besondere Fahrt ganze sieben Stunden genießen und kamen um 15 Uhr am Busbahnhof in Camagüey an.

 

19 Stunden Camagüey…

… und keine Minute länger sind wir geblieben.
Da der Busbahnhof gute 10-15 Minuten Fahrtzeit außerhalb des Zentrums liegt und die Temperaturen der einer Savanne glichen, beschlossen wir uns eine Fahrradrikscha zu gönnen. Der Fahrer verlangte grinsend 6 CUC. Wir zahlten ihm die Hälfte.

Voller Euphorie erreichten wir die „Casa Austria“, ein Gästehaus geführt von Sepp Haderer einem ausgewanderten Österreicher.
Dort wollten wir ein paar Nächte verbringen und Camagüey entdecken. Ich freute mich bereits auf den regen Austausch zweier waschechter Wiener, welche beide die Welt für sich entdeckt hatten. Doch leider kam es anders. Es gab keine Zimmer mehr und auch Sepp bekamen wir nicht zu Gesicht. 🙁

Enttäuscht zogen wir weiter, auf der Suche nach einer passenden Unterkunft. Verwöhnt von der großen Auswahl der Casa Particulares in Trinidad, gab es in Camagüey kaum Häuser mit dem blauen Anker an der Türe. Vielleicht waren wir im falschen Viertel, aber die Auswahl war mehr als spärlich und zudem auch nicht unbedingt günstig.

Für (stark verhandelte) 20 CUC pro Nacht erhielten wir ein annehmbares Zimmer mit gratis dröhnender Geräuschkulisse der Klimaanlage. Die Casa-Eltern waren sehr zuvorkommend und boten uns ganz uneigennützig in jedem zweiten Satz ein leckeres Abendessen oder Getränke an. Obwohl wir auch beim 20 Mal dankend ablehnten blieben sie nett und hilfsbereit.

Camagüey Ignacio Agramonte Park Kuba mit Kathedrale und Reiterstatue des Nationalhelden

Das Zentrum von Camagüey hatte nichts Besonderes zu bieten, was wir nicht auch schon in anderen Städten Kubas gesehen hatten. Es erinnerte uns bis auf die typischen Wifi-Parks, Monumente und Oldtimer, eher an eine westlichere Stadt in Kinderschuhen. Auch die Leute wirkten nicht wie die typischen Kubaner. Wohin man auch sah, waren alle Marken vertreten: von Adidas, Fila, Ralph Lauren bis hin zu Gucci und Louis Vuitton.

Natürlich waren das hauptsächlich Fakeartikel, wie man in den zahlreichen Shopping-Läden der Straßen sehen konnte. Doch protzige goldene Uhren, große Sonnenbrillen und mit Edelsteinen besetzte Ringe sollten den Wohlstand der Einheimischen signalisieren. Ganz klar, durch die Straßen von Camagüey wehte ein gewisser chic.

Die Suche nach Camagüey’s Charme…

Neben unzähligen Modegeschäften findet man auch sonst prall gefüllte Läden für den täglichen Bedarf. Du brauchst eine neue Popcornmaschine? Dann wähle eine aus den sechs verschiedenen Marken aus oder nimm dir eine aus der zwei Meter hohen Karton-Pyramide heraus. Schlecht kann es den Leuten hier nicht gehen und so beschlich mich die Frage: Woher kommt das Geld?

Die Frage ließ sich letztendlich für uns nicht eindeutig klären. Wir fuhren an vielen Fabrikgeländen vorbei und erfuhren, dass der Flughafen von Camagüey hauptsächlich von den Kanadiern und Russen angeflogen wird. Wir lasen nach, dass der Ort historisch gesehen eine der ältesten Städte Lateinamerikas und in der Vergangenheit einer der wichtigsten Orte des Zuckerrohrhandels wie auch der Sklaverei war. Aber auch in unserem Reiseführer standen interessante Dinge über die Stadt.

Leider wird vielmals mit einem gewissen Wohlstand oder „neuem Reichtum“ eine unnötige Ignoranz und Arroganz an den Tag gelegt. So auch sehr häufig in Camagüey: möchtest du ein Lächeln von jemandem? Kein Thema, aber das kostet extra!
Joel, ein Einheimischer Tourguide, Straßenverkäufer für Internet-Karten und Taxifahrer (ein echtes Allround-Talent eben), sah in uns keine jungen Backpacker sondern ein wandelendes Euro-Zeichen.

Wir wollten nichts von ihm kaufen oder buchen, aber fragten interessehalber nach seinen Preisen. Mit seinen vergoldeten Zähnen erklärte er uns grinsend seine hohen Preise und dass es hier soooo viele Touristen gäbe die das auch zahlen, sodass er nicht verhandelt. Wir sollten uns quasi nicht so anstellen, hätten wir doch genügend Geld um sein tolles Angebot zu bezahlen damit er sich auch die restlichen Zähne noch vergolden kann. Nun ja, das mit den Zähnen sagte er nicht 😉 Aber den Rest schon.
Knauserig sind wir bei weitem nicht, aber an den falschen Stellen lassen wir unser Geld auch nicht liegen.

Live-Musik & Tanzen mit den Einheimischen

Am Abend wollten wir noch der Casa Trova einen Besuch abstatten. Dies ist ein Lokal in dem man viele Einheimische antrifft und wo bei Live-Musik Salsa getanzt wird. Da der Tag gefühlt ein einziger Reinfall war, wollten wir zumindest noch am Abend das Ruder rumreißen. 🙂
Um 21 Uhr ging es los – hieß es.

Doch die einzigen anwesenden waren die Kellner. Konnte es wirklich sein, dass an einem Freitagabend nichts los sein würde? Wir setzten uns also in den gegenüberliegenden Park um den Innenhof des Restaurants zu beobachteten und nutzen dort das Wifi. Um 21:55 Uhr hielt plötzlich ein knatternder Oldtimerbus vor dem Restaurant und eine Schar Menschen stieg aus. In Highheels, kurzen Kleidern und chic gemacht für den Abend gingen sie in die Casa Trova.
Also musste da doch noch was passieren! Wir warteten bis 22:30 Uhr als endlich die Bühne aufgebaut war und die ersten Rasseln zu Gitarrenklänge zu hören waren. Leider zu spät für uns, denn da wir bereits seit 6 Uhr auf den Beinen waren (ohne siesta zwischendurch), wollten wir einfach nur noch schlafen…

Camagüey Casa Trova Bar Live-Musik Kuba Tanzen Feiern Restaurant Salsa

Am nächsten Morgen hatten wir die Nacht noch im Gesicht kleben. Da die Klimaanlage sich anhörte wie ein anrollender Panzer, schliefen wir nur mit einem schwachen Ventilator. Die Entscheidung war einstimmig gefallen. Wir reisen ab!
Leider waren wir geografisch zu weit weg von Santiago de Cuba und konnten keine 12 Stunden Busfahrt in den Süden in Kauf nehmen. Andererseits hatten wir aber auch noch genügend Reisezeit übrig, welche wir für Camagüey nicht nutzten. Also entschieden wir uns für einen spontanen Abstecher nach Santa Lucia und wollten dort ein paar Tage am Meer verbringen.

Letzte Strapazen in Camagüey

Das Taxi war auf 10 Uhr bestellt und so hieß es noch schnell vor der Fahrt Geld in der Bank wechseln und dann los. Doch Camagüey verstand sich darauf, auch auf die letzten Minuten einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Kaum in der Bank angekommen, wurden wir dieser sofort wieder verwiesen.

Patrick besaß doch allen Ernstes die Frechheit zu seinem T-Shirt und der knielangen Hose FlipFlops zu tragen!!! Absolutes No-Go natürlich, denn sollte beim Geld wechseln der Bank-Angestellte im Glaskasten seine Nase an die Frontscheibe drücken, könnte er ja mit Ach und Krach blanke Zehen sehen. 😉

Meine Erklärungen, dass unser Taxi gleich fahren würde, interessierte den arroganten Wachmann nicht. Auch auf meinen Hinweis, dass wir uns in einer Bank zum Geld wechseln befänden und nicht in einer Kirche seien und dass ja niemand außer der Kunden die Füße sieht (wie ja auch auf der Straße), ließ der motivierte Karriere-Hengst nur geduldig mit den Schultern zucken. Scheinbar hatte diese Stadt unser Geld nicht nötig, unsere Anwesenheit aber dann ebenso wenig.

Santa Lucia & La Boca / Playa Coco

Ist einen Besuch wert, wenn du eh schon in Camagüey bist und wie wir schnell wegwillst, bzw ein paar Tage Strand einbauen möchtest. Der Strand von Santa Lucia ist kilometerlang, ohne Palmen und ohne sehenswerte Dinge. Die Unterkünfte sind hier fußläufig zum Strand. Nicht übel, aber ein viel schönerer Strand ist 20 Autominuten vom Zentrum Santa Lucias entfernt (10 CUC von hier mit dem Taxi) und nennt sich La Boca/Playa Coco. Es ist zwar eines der Hauptreiseziele für die Einheimischen in den Ferien oder an Wochenenden, dennoch gibt es in La Boca nur zwei, drei Restaurants. Du solltest dich deshalb mit Snacks eindecken. 1,5L Wasser kosten hier 1,50$, Softdrinks und Bier 1$, also vergleichbar wie auch sonst in Kuba.

Santa Lucia Playa Coco Kuba La Boca Strand Meer Palmen

Von Camagüey dauert die Anfahrt mit dem Taxi gute 1,5 Stunden und kostet stolze 50 CUC pro Fahrt (40 CUC bis Santa Lucia). Hier lohnt es sich, wenn ihr insgesamt zu viert fahrt. Denn die Kosten sind pro Taxi und somit würde der Fahrtpreis sich auf vier aufteilen.

Zunächst machten wir einen kurzen Stopp in Santa Lucia bei der Casa einer deutschsprachigen Kubanerin (sie lernte das in ihrer Zeit in Rostock). Für 25 CUC/Nacht inkl. Frühstück für Zwei, wurde uns das Paradies versprochen. Die Gegend sei super, der Strand gleich ums Eck. Wir lehnten dennoch dankend ab, denn irgendwie war der Funke für dieses Dorf nicht übergesprungen und wir fühlten uns nicht wohl. Nach der Pleite mit Camagüey wünschten wir uns nichts sehnlicher als drei erholsame tolle Tage und so ließen wir es darauf ankommen und fuhren in das 20 Minuten entfernte La Boca / Playa Coco, von welchem wir in einem englischen Blogbeitrag gelesen hatten.

Unser Taxifahrer Pino (ein kleines Schlitzohr, aber mit einer der nettesten Camagüey-Einwohner) versprach uns zu einer besonderen Casa zu bringen, die nicht nur am sondern quasi im Wasser sei. Mit der Aussicht darauf direkt am Strand zu wohnen und von der Terrasse aus bei einem kühlen Bier die Füße ins Wasser hängen zu lassen vertrauten wir ihm, auch wenn wir es nicht wirklich glaubten.

Casa Partikular mit viel Herz!

Pino hatte nicht untertrieben und Recht behalten. Die strahlende Yolanda und der äußerst freundliche Eduardo empfingen uns überaus herzlich und führten uns in ihr Heim. Die Casa selbst war sehr schlicht, aber dennoch mit allem was man brauchte ausgestattet. Highlight war natürlich das Fenster mit Blick auf das Meer und der Terrasse davor, an der tatsächlich (!) bei Flut das Wasser direkt an die angrenzende Mauer trifft. Wir fühlten uns auf Anhieb wohl und blieben.

Sunset View Room ; Eduardo Basulto, Staat Lucia-Coco Beach, Camagüey Cuba
Per Email: eduardo66maifd[at]nauta.cu
Telefon (für den Anruf der Casa-Mama): 0053 52831316

Yolanda, eine ehemalige Köchin mit 21 Jahren Berufserfahrung zauberte uns am Abend köstlichste Schrimps und frische Langusten. Eduardo luden wir abends auf einen Cuba Libre ein und er erzählte uns viel über das Leben in Kuba, wobei er geduldig auf jede unserer Fragen einging. 🙂

Bei unseren Gesprächen erzählte er uns mehr über die wirtschaftliche & politische Situation Kubas und wie die Regelungen für sie als Einheimische sind bei der Bereitstellung von Casa Particulares (wenn dich das genauer interessiert kannst du das im Beitrag „Kuba – Casa Particulares“ nachlesen).
Leider erklärte er uns auch, dass es für ihn, Yolanda und seine beiden Kinder keine Zukunft hier in La Boca gibt, denn seit zwei Monaten sind wir die ersten Gäste. Sie werden deshalb die Casa verkaufen und vermutlich nach Matanzas umziehen. Da wir mit ihnen in Kontakt bleiben werden, halten wir dich auf diesem Blog natürlich auch auf dem laufenden, wo genau ihr die Gastfreundschaft von Yolanda & Eduardo genießen könnt 🙂 .

Entspannte Zeit im Fischerort

Neben den wunderschönen (aber leider sehr vermüllten) Sandstränden, umsäumt von Plamen und leuchtend blauem Wasser, hat La Boca/ Playa Coco selbst nicht all viel zu bieten. Da man in der intensiven Sonne sowieso nur im Schatten am Meer liegen kann (wobei man Glück hat ein sauberes Stück Strand zu finden, ohne rostige Bierdosen, Scherben oder Plastikmüll), sollte man sich auf entspannte Tage einstellen und am besten ein Kartenspiel oder gutes Buch in der Tasche dabei haben.

Salzsee Flamingos Kuba Strände Santa Lucia Müll Meer Palmen Bierdosen Kultur Umweltschutz

Sehr früh morgens bevor die Sonne ihre Kraft entfaltet oder am Abend bevor die Moskitos loslegen kann man an den nahegelegenen Salzseen spazieren gehen und die Flamingos in ihrer natürlichen Umgebung beobachten (circa 5 Kilometer Fußweg: Sonnencreme, Insektenspray und Wasser mitnehmen).

Gegen Abend wirst du am Meer (vor allem vor den lokalen Restaurants am Strand) viele Haifische beobachten können, da nämliche Fischabfälle direkt ins Meer geworfen werden lockt das die Haie zum fressen an. Aber keine Sorge! Die Haie sind ungefährlich für Menschen und „zahm“ erzählte uns Eduardo.

Party und Alkohol vor den Restaurants am Strand

Die meisten Kurzurlauber hier sind tatsächlich Einheimische Kubaner, dicht gefolgt von Russen, Italienern, Kanadiern, Franzosen & anderen Europäern.
Zu unserer Zeit in La Boca waren wir die einzigen ausländischen Touristen. Ansonsten lagen nur Familienschwärme von Kubanern am Strand und feierten ganztags eine ordentliche fiesta mit viel Alkohol. Eduardo erklärte uns, dass meist ein Familienangehöriger in die Staaten oder ein anderes Land ausgewandert ist und somit viel Geld mitbringt um traditionell die gesamte Familie einzuladen „Urlaub“ am Strand zu machen, wobei er allen alles zahlt und somit die Sause steigen kann.

Irgendwie unterhaltsam, aber zugleich auch etwas verstörend war der Anblick von sturzbetrunken Omis die nicht mehr aufrecht auf den Liegestühlen sitzen konnten, tanzenden und Wein trinkenden Frauen im Meer sowie grölenden mit zwei Zentnern Gold behängten Chicos die dazu animierten noch mehr Alkohol zu bestellen. Nun jaaaaa. Jedem das was er möchte (und wir Deutschen machen auf dem Ballermann sicherlich kaum einen besseren Eindruck).

Ziemlich schade war allerdings, dass am Abend mit der letzten Runde und den verschwindenden Gästen vor allem eins am Strand übrig blieb:

Müll…

… 🙁 Berge von leeren Getränkedosen, Plastikbechern, Strohhalmen und sonstigem Plastikmüll türmte sich unter den Palmen. Das Restaurant fegte den eigenen Müll einfach von der Terrasse runter auf den Strand und die letzten übrigen Kubaner die am Meer ein Bier tranken, warfen danach ihre Dose einfach ins Wasser.

Wenn ich mir überlege, dass ich daheim versuche möglichst keinen Müll zu produzieren und sogar einen extra Beutel für die Wäsche verwende (damit kein Mikroplastik ins Grundwasser gelangt), dann kommt mir das hier vor wie ein Kampf gegen Windräder und mir blutete dabei wirklich das Herz. 🙁 🙁 🙁

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Abends käme wohl ein Strandreiniger der alles aufräumt (wir hofften noch vor der Flut). Trotzdem finden wir es sehr schade, dass Kuba durch solch eine fehlende Umweltbewusstseins-Kultur geprägt ist. Wir hoffen auf Veränderung, ¡Porque es tu playa Cuba!

Fazit

Dennoch haben wir hier sehr entspannte Abende auf der Terrasse verbracht. Mit einem eiskalten Cuba Libre und unserem „Uno-Weltcup“ haben wir die vorbeifliegenden Flamingo-Formationen beobachtet, die in der Bucht schwimmenden Haifischflossen gezählt und die Angler bei ihren Fängen bestaunt.

Extra hergefahren wären wir im Nachhinein aber nicht (und da Yolanda & Eduardo vermutlich bald nicht mehr da sind, können wir auch keine Empfehlung für eine andere Casa aussprechen). Der Aufenthalt bei den Beiden ist uns aber nachhaltig in sehr guter Erinnerung geblieben und war insgesamt einer der Besten auf unserer Kuba Rundreise. Wir danken den beiden von Herzen für Ihre warme Gastfreundschaft und den liebevollen Aufenthalt in deren Casa!

Falls du ergänzend noch Informationen hast oder sich nach deiner Reise Abweichungen zu meinem Beitrag ergeben haben, darfst du das gerne in den Kommentaren teilen. Ich freue mich natürlich auch wenn du deine Erlebnisse in den Kommentaren mit uns teilst. 🙂 Bis dahin und happy travels!

 

Sincerely-me
Isi

 

Kennst du schon meine anderen Beiträge über unsere individuelle Kuba Rundreise? 🙂

 


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