Kuba – Casa Particulares

Unterkünfte – Casa Particulares

Wenn du ein authentisches Kuba erleben möchtest, dann solltest du auf jeden Fall in den Casa Particulares, also in den Unterkünften der Einheimischen, nächtigen.

Wer für die Zeit in Kuba eine reine Pauschalreise oder Hotelurlaub plant, wird leider viel verpassen, denn das Konzept dieser Rundreisen funktioniert weltweit gleich und wird dich das reale Kuba nicht kennenlernen lassen. Die Casa Particulares sind das Zuhause der Einheimischen und im Grunde genommen nichts anderes als das kubanische Airbnb 😉 . Du beziehst für deine geplante Zeit ein eigenes Zimmer (meist mit Bad) und lebst unter einem Dach mit den Einheimischen. Eine Casa Particular erkennst du vor Ort an einem weißen Schild am Haus mit einem umgekehrten dunkelblauen Anker.


Wenn du deine Reiseroute bereits kennst, macht es Sinn die Unterkünfte bereits vorab zu buchen, vor allem wenn du nicht viel Zeit mitbringst, zur Hauptsaison reist oder aber in Kuba Ferien sind. Die schwierige Internetsituation macht eine kurzfristige Buchung nämlich kaum möglich.

Vorab buchen kannst du über folgende Websites:

Die Preise der Doppelzimmer sind immer gleich, dh egal ob du alleine oder zu zweit darin übernachtest. Im Schnitt zahlt man zwischen 15 – 25 CUC pro Nacht (Achtung: Verpflegung ist niemals inklusive! Auch wenn von Frühstück gesprochen wird, frag am besten nach wieviel das extra kostet).

Falls du Zuhause frühstücken möchtest, kostet dich das zwischen 4 – 5 CUC/Person.
Wir haben auf der Reise fast immer das Frühstücksangebot genutzt, da es ausnahmslos lecker war und sich die Eigenversorgung als eher schwierig dargestellt hat! 🙂 Serviert werden meist Brötchen oder Toast, Käse, Schinken, frische Früchte, Kaffee oder Tee und Säfte.

Für ein typisch kubanisches Abendessen von der lieben Hausmami gekocht, zahlst du zwischen 6 – 10 CUC/Person abhängig davon ob du Hühnchen oder Hummer wählst 😛 .
Sicherlich solltest du auch das mal ausprobiert haben – die Kubanerinnen können nämlich sehr gut kochen! 🙂

Wir beim Abendessen in der Casa Particular in Kuba mit leckerem Hummer

Wie liest man die Adressen der Casa Particulares richtig?

Du hast die Adresse deiner nächsten Unterkunft und möchtest sie dem Taxifahrer mitteilen… längst nicht so einfach wie gedacht 😉 Allein die Strasse wird den Taxifahrer nämlich nicht zu deiner Casa Particular führen.

Da in den meisten Städten in Kuba die Straßen quadratisch angeordnet sind, brauchst du nicht nur die Info über den Straßennamen und Hausnummer, sondern auch zwischen welchen Seitenstrassen sich die Unterkunft befindet.

So gibst du die Adresse deiner Casa Particular in Kuba richtig an:

Unsere Adresse in Havanna lautet zum Beispiel:
Calle Oficios 359, Apto. 206, e/ Luz y Santa Clara, Proximo al Hotel Santander, Centro Historico, Habana

Übersetzt bedeutet das dann: 
In der Straße Oficios (Calle Oficios), ist die Hausnummer 359 und Apartmentnummer 206 (Apartment). Die Unterkunft liegt zwischen (e/ = entre) der Straße Luz und Santa Clara, Nahe dem Hotel Santander (Proximo al Hotel) im historischen Zentrum von Havanna.

Auf eurer Karte, bzw. MapsMe müsst ihr also nach einem Häuserblock Ausschau halten, der von zwei Straßen umgeben ist: Der Straße ‚Luz‘ und ‚Santa Clara‘.
Wenn ihr am Flughafen in Havanna landet, kostet euch die Taxifahrt vom Flughafen ins Zentrum übrigens 25 CUC (egal wie viele mitfahren). Der Fahrer fährt euch dann zur angegebenen Adresse, egal in welchem Stadtteil von Havanna.

Gastgeschenke

Mitbringsel werden in jedem Land gerne gesehen. Ganz besonders in Kuba!
Da es hier an quasi allem mangelt, beziehungsweise schon die einfachen Dinge sehr teuer sind, freut man sich bereits über Kugelschreiber und Süßigkeiten.
Vor allem die Frauen freuen sich besonders über Shampoos, Pflege- & Kosmetikartikel, Parfümproben oder Modeschmuck.
Aber auch praktischere Dinge wie Zahnbürsten & -pasta, Seifen und Lebensmittel sind jederzeit gern gesehen. Bayerische Knabber-Brezeln, Österreichische Manner-Schnitten, Schweizer Käsefondue oder eine herzhafte italienische Salami: damit wird man sich auf Kuba ganz fürstlich fühlen! 🙂

Grundsätzlich muss man aber sagen, dass es den Casa-Besitzern eigentlich ganz gut geht, da sie stark vom Tourismus profitieren. Unsere mitgebrachten Gastgeschenke gingen während des Aufenthaltes an Kubaner welche wir auf der Strasse trafen oder an Kinder die Abends im Park spielten.

An der Hauswand wurde unser Gastgeschenk aus Kuba, ein selbstgebasteltes Muschel-Mobile vom Strand aufgehängt

Hinter den Kulissen der Casa Particulares

Unternehmertum in Kuba ist gar nicht so einfach und auch noch lange nicht möglich, zumindest in dem Rahmen wie es heute funktioniert.

Da der Tourismus für die Mehrheit der Kubaner Einnahmequelle Nummer Eins ist und Aussicht auf ein deutlich besseres Leben bietet, versucht natürlich jeder etwas vom Kuchen abzubekommen.
Die Vermietung von Zimmern, also Casa Particulares, ist hierbei einer der einfachsten und lukrativsten Möglichkeiten, birgt aber auch einige Risiken.

Als Erstes muss man nämlich eine Casa, also ein Haus oder Apartment mit genügend Platz und Zimmern besitzen. Wenn sich dies dann auch noch in einer guten Lage befindet und man ein bisschen Ahnung von Marketing und Internet hat, stehen die Chancen sehr gut.

Staatliche Regeln zur Zimmervermietung für Kubaner

  • Pro Zimmer muss der Eigentümer im Monat 35 $/CUC Gebühren an den Staat zahlen (unabhängig davon ob es Einnahmen gibt oder nicht)
  • Wenn es Einnahmen gibt, müssen weitere 10% Steuern vom Gesamtbetrag an den Staat gezahlt werden 
  • Vom übrigen Betrag müssen 65% auf ein Bankkonto eingezahlt werden (wenn man das Geld wieder abheben möchte muss man eine Erklärung an den Staat abgeben wofür man das Geld braucht, zB Lebensmittel, Kleidung, persönliche Utensilien)
  • Die restlichen 35% des Betrages dürfen Cash im Haus bleiben, zur freien Verfügung
  • Auf dem Bankkonto müssen immer zwei volle Monatsgebühren je Zimmer für den Staat als Puffer hinterlegt sein um eine Lizenz zur Zimmervermietung zu bekommen (wenn man ein Zimmer vermietet, müssen also immer 70 $/CUC angespart bleiben, bei zwei Zimmern wären das schon 140 $/CUC). So sichert sich der Staat ab, dass man jeden Monat seine Gebühr für die Zimmervermietung zahlen kann. Im Notfall greift der Staat auf das angesparte Geld auf dem Bankkonto zurück oder entzieht im schlimmsten Fall die Lizenz zur Zimmervermietung.
  • Kredite können je nach Eigentumsverhältnissen & Status bis zu 2.000 $/CUC aufgenommen werden

Staatliche Regeln zur Zimmervermietung für Touristen

  • Im Gäste-Registrierungsbuch müssen in jeder Casa Particular alle Übernachtungsgäste mit Reisepassnummer und Unterschrift vermerkt werden
  • Die Casa-Eltern schicken hierbei eine SMS mit deiner Reisepass-Nummer an die Behörden. Diese checken dann im System ob du dich legal aufhälst oder ob etwas gegen dich vorliegt. Sie behalten somit auch deine Reiseroute im Auge!
  • Wenn die Freigabe der Behörde als SMS retour kommt ist alles in Ordnung.
    Diese extreme Überwachungsmaßnahme wird als Sicherheitsfaktor der Einwanderungsbehörde erklärt. 
    Einerseits weiß der Staat wo du bist, falls dir etwas passiert. Andererseits ist es eine Sicherheit für die Casa-Eltern da man ja nie weiß wen man sich ins Haus holt. Definitiv weiß der Staat aber dadurch, dass er sich in der angemeldeten Casa Geld holen wird 😉

Bei unseren Aufenthalten bemerkten wir sehr stark, dass keiner der Casa-Eltern sich trauen würde Übernachtungsgäste am Staat vorbei zu schmuggeln. 
Zu groß war die Angst, dass die Einwanderungsbehörde vor der Tür stehen könnte um zu kontrollieren. Dies hätte nämlich ein Bußgeld in Höhe von 1.500 $/CUC zur Folge und den Entzug der Lizenz für die Führung von Casa Particulares. Das wäre der vollkommene Ruin für einen Kubaner.

Die einzige Möglichkeit ein bisschen Geld am Staat vorbei schmuggeln zu können, ist bei der Angabe des Preises pro Nacht für das Zimmer. Statt 20 $/CUC pro Nacht, gibt man dann eben nur 15 $/CUC pro Nacht an und kann sich die übrigen 5 $/CUC steuerfrei zur Seite legen. Auch über den Verkauf von Getränken in der Minibar oder die Zubereitung von Frühstück & Abendessen könnte man die private Kasse etwas auffüllen.  😉

Interessant war nur, dass es auch für uns wichtig ist uns immer im Gäste-Registrierungsbuch einzutragen, da wir sonst bei der Ausreise möglicherweise rausgezogen werden könnten um Stellung zu beziehen, warum Lücken in unserer Übernachtungshistorie vorliegen 😉 !

Wie wir das kommunistische System während unserer Rundreise in Kuba wahrgenommen haben, gönnen wir den Kubanern auf jeden Fall die paar extra Pesos die der Staat vom Übernachtungspreis nicht bekommt 😉 

Übrigens teilen wir dir in den folgenden Beiträgen über unsere Kuba Rundreise beim jeweiligen Ort auch unsere Empfehlung für eine Casa Particular mit 🙂

Streetart in Kuba hinter den Fassaden sieht es meist ganz anders aus

Einstimmung auf die Kubaner

Dein erstes Mal in Kuba und gleich unter einem Dach mit den Kubanern 🙂
Das kann im ersten Moment ein ganz schöner Kulturschock sein – für beide Seiten!
Damit man sich auf Land und Leute besser einstimmen kann, haben wir vorab im Reiseführer von Marco Polo geschmökert. Somit konnten wir bereits vor der Ankunft die Philosophie des Landes und somit auch die Prägung des kubanischen Lebens verstehen.
Trotzdem gilt natürlich: jeder Mensch tickt anders oder hat andere Lebenserfahrungen gesammelt und genau das ist das spannende an der Begegnung mit Fremden 🙂

Du kannst es kaum erwarten endlich neue Freundschaften in Kuba zu schließen und möchtest direkt los?
Dann schau dir am Besten meine Artikel „Kuba – Einreisebestimmungen 2019“ oder „Kuba – Geld und Währung“ an, damit du perfekt auf die Reise vorbereitet bist.

Falls du ergänzend noch Informationen hast, oder sich nach deiner Reise Abweichungen zu meinem Beitrag ergeben haben, darfst du das gerne in den Kommentaren teilen. Bis dahin und happy travels!

Sincerely-me
Isi


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